Wegerandstreifeninitiative

Idee

Randstreifen von Wegen und Straßen - Flächen links und rechts neben der Fahrbahn - die dem Eigentümer des Weges gehören, sind für die Kulturlandschaft und als Biotope unersetzbar. Mitunter werden diese Wegeseitenränder von den Flächenanliegern genutzt, da der exakte Grenzverlauf oft nicht zu erkennen ist.

Für die Kommunen sind die Wegerandstreifen aber nicht nur aufgrund ihres Mehrwertes für die Natur und das Landschaftsbild interessant: aufgewertet lassen sie sich als Kompensations- oder Ersatzmaßnahme nach dem Bundesnaturschutzgesetz und damit als ökologischen Ausgleich für bauliche Eingriffe – wie etwa die Ausweisung eines Baugebietes – anerkennen.

Erster Prozessschritt ist eine Flächenpotenzialanalyse, die für bfast alle Mitgliedsgemeinden in der ILE-Region NOL erarbeitet wurde. Über den Abgleich aktueller Luftbilder mit der Liegenschaftskarte wird dabei untersucht, wie viele Hektar Wegeseitenränder für Ausgleichsmaßnahmen nutzbar sind. Im Anschluss gilt es, diese Flächen zu sichern und entsprechend den örtlichen Gegebenheiten der Sukzession zu überlassen oder Anpflanzungen zur ökologischen Aufwertung durchzuführen. Dies können z.B. Blühstreifen oder Sträucher sein.

Akteure

Die "Wegerandstreifeninitiative" wurde durch die Jägerschaft Bersenbrück eingebracht - der mit ca. 1.800 Mitgliedern größte anerkannte Naturschutzverein der Region. Große Unterstützung bietet zudem der Landkreis Osnabrück als untere Naturschutzbehörde.

Projektträger sind die vier Samtgemeinden der ILEK-Region Nördliches Osnabrücker Land. Das ILEK-Regionalmanagement unterstützt den Prozess u.a. in der Information der Mitgliedsgemeinden als Eigentümer der meisten Wegerandstreifenflächen entlang der Gemeindewege.

Ziele

Mit der Initiative werden zwei Zielrichtungen verfolgt:

  • Naturschutz: Primär ökologische Aufwertung der Fläche, Anerkennung als Kompensationsfläche, Erhalt und Pflege des Landschaftsbildes, Arten- und Tierschutz, jagdliche Belange, touristische Ziele
  • Klimaschutz: Primär Nutzung der Fläche zum Anbau von Gehölzen als Rohstoff einer regionalen regenerativen Energieerzeugung in Abstimmung mit Zielen des Naturschutzes